Medienmitteilung von swissAI vom 5.11.2026

Der Schweizer Anwenderverband verlangt eine nationale Technologiefolgenabschätzung und einen Kompetenzaufbau

Gebenstorf, 5. November 2026. Der Bund will nun doch Regierungschefs und Tech-CEOs im Juni 2027 zum KI-Gipfel nach Genf holen. Bevor das Bakom nächste Woche die Agenda vorstellt, fordert swissAI, der nationale Anwenderverband für Künstliche Intelligenz: Neben Sicherheit und Regulierung gehören die Folgen von KI für Arbeitsmarkt und Bildung auch in der Schweiz auf die Traktandenliste. Als Gastgeberin muss die Schweiz zuhause zeigen, wie sie damit umgeht. swissAI fordert vom Bundesrat deshalb eine nationale Technologiefolgenabschätzung und eine gemeinsame Strategie für den Kompetenzaufbau.

Die Folgen sind bereits messbar

Die Schweiz nutzt KI im Beruf so intensiv wie kein anderes Land Europas: 73 Prozent der Nutzenden setzen generative KI auch bei der Arbeit ein (BFS). Gleichzeitig stieg seit Ende 2022 die Zahl der Stellensuchenden in stark KI-exponierten Berufen um bis zu 27 Prozent stärker als in anderen Berufen, vor allem bei Jüngeren (KOF ETH Zürich).

Für die Schweiz steht dabei besonders viel auf dem Spiel. Sie hat keine Rohstoffe, ihr Wohlstand beruht auf Wissen und der damit verbundenen Wissensarbeit. KI verändert genau diese Wissensarbeit.

«Die Menschen fragen nicht nur, ob KI sicher ist. Sie fragen, was KI mit ihrem Job und mit der Ausbildung ihrer Kinder macht», sagt Chris Beyeler, Präsident von swissAI. «Unser Rohstoff ist Wissen, und genau das verändert KI. Der Gipfel muss für die Schweiz ein Weckruf sein: Wer die Welt nach Genf einlädt, sollte diese Frage zuhause beantwortet haben.»

Drei Forderungen an den Bundesrat

  1. KI-Folgen für Arbeit und Bildung systematisch untersuchen: Unabhängige Stellen wie TA-SWISS, die Hochschulen und die KOF untersuchen, wie KI Arbeitsmarkt und Bildung in der Schweiz verändert. Erste Ergebnisse liegen bis zum Gipfel vor.
  2. Kompetenzaufbau als Grundlage der Souveränität: Nur wer KI versteht, kann ihre Folgen einschätzen und ihre Möglichkeiten nutzen. Bund, Kantone und Wirtschaft legen gemeinsam fest, wie die Bevölkerung KI-Kompetenz aufbaut, in Schule, Berufsbildung und Weiterbildung. Dieser Kompetenzaufbau ist zentral für die nachhaltige Souveränität der Schweiz.
  3. Die Perspektive der Anwenderinnen und Anwender einbeziehen: KMU, Verwaltungen, Schulen und die Bevölkerung erhalten in der nationalen KI-Politik und in der Vorbereitung des Gipfels eine Stimme. swissAI bringt diese Perspektive unabhängig von Anbieterinteressen ein.

swissAI begrüsst, dass die Schweiz den internationalen KI-Gipfel ausrichtet. Als neutrales Land mit dem internationalen Genf kann sie Staaten an einen Tisch bringen, die sich im Wettlauf um KI sonst als Konkurrenten gegenüberstehen. Der Verband hat die Schweiz bereits im Juli 2025 als Standort für die globale KI-Governance vorgeschlagen.

Weitere Kennzahlen und Quellen: KI in der Schweiz in Zahlen

Über swissAI

swissAI ist der nationale, nicht gewinnorientierte Anwenderverband für Künstliche Intelligenz in der Schweiz. Mit über 400 Mitgliedern aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin vereint swissAI Menschen und Organisationen, die KI entwickeln, erforschen und praktisch einsetzen. Im Zentrum stehen die Anwendung von KI und der konkrete Nutzen, den sie schafft. Mitglieder profitieren von der grössten und aktivsten KI-Community der Schweiz, kontinuierlichem Wissensaustausch und Sichtbarkeit im Schweizer KI-Ökosystem.

Medienkontakt

Chris Beyeler, Präsident swissAI, steht für Interviews zur Verfügung. human@swissai.ch · Telefon 056 560 11 00